proJugend 1/26 Schäm dich! Das Potenzial der Scham
Scham ist das „Aschenputtel unter den Gefühlen“. Man redet nicht über sie, man zeigt sie nicht, man hält sie geheim. Sie ist negativ besetzt, aber ihre Abwesenheit wird als Schamlosigkeit oder Unverschämtheit geächtet.
Scham wird nicht umsonst als „Hüterin der Privatsphäre“ oder als „Wächterin der Menschenwürde“ bezeichnet, als Masteremotion, die alle anderen Emotionen mitbeeinflusst. Scham ist in allen Themen des erzieherischen Jugendschutzes relevant. So kann zum Beispiel Gewalt eine Form der Schamabwehr sein, alle Süchte können Scham hervorrufen und umgekehrt von ihr begünstigt werden, wir können durch Medien vielfältig beschämt werden und Sexualität und „die Scham“ gehen ohnehin Hand in Hand – hier kann sie sogar körperlich verortet werden.
Scham schmerzt, da sie ganz grundlegend wichtige Bedürfnisse des menschlichen Daseins berührt und deren Gefährdung offenlegt: die Anerkennung, die Zugehörigkeit, die Integrität und den Schutz.
Folgende Beiträge erläutern wie Schamarbeit im erzieherischen Jugendschutz aussehen kann:
- Scham als Thema im erzieherischen Jugendschutz (Dr. Stephan Marks)
- Do not tame me, do not blame me, do not shame me! Pornografie und Männlichkeit(en) – eine Schamperspektive (Dr. Dominik Kling)
- Scham im Kontext Glücksspielsucht - Eine Einordnung aus psychotherapeutischer Sicht (Peter Kagerer)
- Scham im digitalen Zeitalter - Wie soziale Medien das Leben von Jugendlichen prägen (Matthias Kreienbrink)
- „Ich kann das niemandem sagen“ Sucht und Scham im Kontext von Essstörungen (Marie-Luise Wilhelm)
- Scham bei Eltern und in der Erziehung (Elterntalk bei der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Dachau e. V.)